Folge 61 - Sozialarbeiterin Denisa Uitz
Shownotes
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💐 Das Projekt „Hochpalliativ“ wird ermöglicht durch die ehrenamtliche Mitarbeit von DI Lukas Naske (Technik, Schnitt und Produktion) sowie durch die Förderung des Theodor Körner Fonds (Lea Kum als Preisträgerin des Theodor Körner Förderpreises 2023 für „Hochpalliativ - Entwicklung und Analyse eines deutschsprachigen Palliative Care Podcasts“). Vielen Dank!
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00:00:00: Für mich, wenn ich eine Diagnose bekomme, die lebensbedrohlich ist als das, wie ich das erfasse und was ich da verstehe.
00:00:08: Ob ich jetzt googlen werde?
00:00:10: Wie ich das mit meiner Familie überhaupt bespreche?
00:00:12: In welcher Situation bin, geschweige noch, dass sich meine Familie darauf reagiert.
00:00:19: Das ist die nächste Belastung.
00:00:20: Also nicht nur das, die Diagnosen, die ich habe sondern auch, dass meine Familie damit belastet wird.
00:00:36: Hallo und herzlich willkommen zu Hoch Paliativ, dem Podcast durch die Höhen- und Tiefen der Palliativkehr in Österreich.
00:00:43: Ich bin Eva, Professorin für Palliative Medizin und neben mir sitzt Lea, Palliate Medizinerin in Ausbildung.
00:00:50: Hallo Lea!
00:00:51: Hallo Eva – wir befinden uns an unterschiedlichen Punkten unserer Karriere aber wir teilen eine Leidenschaft mit so vielen Menschen wie möglich über Palliotive Care zu reden.
00:01:01: Und heute sind wir wieder einmal nicht zu zweit Sondern zu dritt und haben einen ganz besonderen Gast, nämlich Frau Magister Denisa Uitz unsere langjährige Sozialarbeiterin.
00:01:14: Hallo liebe Denisa!
00:01:16: Hallo liebe Eva, hallo liebe Elia.
00:01:19: Danke für die Einladung.
00:01:20: Wir freuen uns wirklich sehr dass du heute bei uns bist Denisa.
00:01:25: Du bist ja ein Kernstück sozusagen unserer... täglichen Arbeit oder unserer Zusammenarbeit mit den Menschen.
00:01:34: Magst du dich einfach mal selber vorstellen, ganz kurz?
00:01:38: Ja, danke schön!
00:01:39: So wie du schon Eva Erwent hast, ja ich bin langjährige Sozialarbeiterin.
00:01:43: Ich bin schon seit vierzehn also das vierzehnte Jahr im Aka-Hawien.
00:01:47: Seit vierzehr Jahren betreue ich die Innere Medizin I, wo auch die Palliativstation hingehört und seit Zwei-Tausendfünfzehn bin ich eigentlich für die Pelliativ Station auch zuständig.
00:01:59: Ausgebildete Sozialarbeiterin, meine Ausbildung habe ich in meinem Heimatland der Slowakei gemacht.
00:02:06: Und inzwischen bin ich da nach Österreich umgesiedelt und in Österreich dann nach meiner Ausbildung auch das österreichische Recht gemacht sozusagen als Notreffizierung.
00:02:16: In den letzten Jahren habe ich die Chance bekommen im AKH zu arbeiten.
00:02:22: Seitdem bin ich hier.
00:02:24: Und wolltest du schon immer Sozialarbeiterin werden, als ein Kind warst?
00:02:27: In
00:02:27: der Volksschule.
00:02:29: Kindergarten.
00:02:29: Als Kind auf keinen Fall.
00:02:31: Da habe ich gar nicht gewusst, dass es so was gibt.
00:02:35: und zur Sozialarbeit bin ich eigentlich mit der Umsiedelung gekommen.
00:02:39: so richtig also die Ausbildung in meinem Heimatland als Sozialarbeiterin war jetzt nicht so geplant das sich in diesem Beruf eigentlich arbeiten möchte.
00:02:48: mir war es wichtig eine akademische Ausbildung zu haben weil man durch in meinem Heimatland andere Chancen hat, an anderen Möglichkeiten.
00:02:58: In Österreich hat sich das dann gewendet.
00:03:01: Das ist Universitätsausbildung im Heimatlatern.
00:03:03: Die habe ich auch abgeschlossen mit einem Magistertitel und eben das österreichische Recht musste ich nachmachen, weil die Slowakei erst im Jahr zwei Tausend vier zur EU gekommen ist.
00:03:16: Und dadurch habe ich eigentlich viele Türe offen gehabt um einen Job zu finden.
00:03:23: Dann war ich vom Viarebeiter österreichischen Justiz-Assoziarbeiterin im Gefängnis in der Justitätsstadt Eisenstadt.
00:03:29: Und dann habe ich es kombiniert mit einer behinderten Wohngemeinschaft für geistig und mehrfach behinderte Menschen, wo ich seit dem Jahr zwei Tausend Fünfzehn eingeliebt bin.
00:03:40: Ich bin vierzehnt Stunden im AKH.
00:03:42: Du arbeitest wirklich unglaublich viel.
00:03:44: also wir haben kurz darüber gesprochen dass du jetzt gerade dein Telefon und deinen Pager ausgeschaltet hast für unser Gespräch, aber wir erleben sehr oft wenn du bei unserer Sozialvisite bist dass es bei dir wirklich ständig bimmelt und klingelt.
00:03:59: Und ich finde auch in der Sozialarbeit steckt schon im Namen die Arbeit drinnen.
00:04:04: und da wollte ich dich fragen Auch aus unserer Sicht jetzt als Palliativteam.
00:04:11: Wir brauchen dich ja sehr häufig für das Entlassungsmanagement Für die Organisation einer hoheslichen Betreuung oder einer Betreuungen außerhalb.
00:04:21: das Haus ist in einer Pflegeinstitution, in einem Hospiz.
00:04:24: Das ist natürlich in allen österreichischen Bundesländern ein bisschen unterschiedlich.
00:04:30: Was sagst du auf?
00:04:32: was ist deiner Erfahrung?
00:04:34: Was könnte besser laufen im Bezug auf das Entlassungsmanagement aus dem Krankenhaus zu Pelletivkerr?
00:04:45: Also es tatsächlich so, dass ich auch die Sozialarbeit und auch das Entlassesmanagement mache.
00:04:49: Im AKH ist das nicht geteilt wie in anderen Krankenhäusern.
00:04:56: Mit dem Telefon ist das so eine Sache, es gibt gute und schlechtere Tage.
00:05:00: Was man besser machen könnte, was ich mir wünsche, dass ein bisschen mehr Geld von der Politik gelockert wird einfach für den Palliativbereich aber auch natürlich für den Gesundheits- und Sozialbereich und auch für die Menschen, die einfach häusliche Pflege brauchen, für rund zwanzig Stunden Pflege oder eben an einem Hospizplatz brauchen.
00:05:23: Ich freue mich schon darüber, dass es überhaupt in Wien fünf Einrichtungen gibt die überhaupt eine Abteilung oder Hospizbetten zur Verfügung gestellt haben.
00:05:30: Dass es da ein bisschen umdenken zu merken ist aber trotzdem für die Menge an Patienten, die Bedarf haben, ist es immer noch so wenig.
00:05:39: also das ist das was man.
00:05:41: diese Strukturen, die man in Österreich hat ist überhaupt kein Thema im Vergleich mit anderen Ländern da immer noch hoch entwickelt und Man investiert auch viel Geld, aber ich wüsche mit Rostem das da eine Besserung ist.
00:05:56: Dass man einfach die Teams aufbaut und dass man die Qualität auch baut oder dass man vielleicht diese lange Wartezeiten, die wir haben – das weißt du beide!
00:06:05: Das machen Patienten eine Woche dauert bei manch anderem.
00:06:08: Wartet man vielleicht sechs Wochen, acht Wochen bis man überhaupt einen Platz bekommt?
00:06:12: Und mache ihr Leben das auch gar nicht, dass man da einfach eine Besterung reicht Ob das jetzt finanziell ist, ob das jetzt was als Personal betrifft.
00:06:24: Diese Sensibilisierung auch dass man die Gesellschaft ein bisschen einbezieht Dass man sich darüber Gedanken macht und das Personal vielleicht besser ausbildet oder einfach Ausbildung Möglichkeiten oder Bildungsmöglichkeiten zur Verfügung stellt spielt aber Leute alles mit Geld zusammen.
00:06:42: Ja weil du auch gerade angesprochen hast diese langen Wartezeiten da haben wir oft wirklich das Problem, dass wir nur so ein kleines Fenster haben.
00:06:50: Wo wir uns denken jetzt ist es eine Entlassung gerade möglich und dann verpasst man das manchmal oder es ändert sich dann doch wieder die der Bedarf an pflegerische Unterstützung zum Beispiel in so kurzer Zeit weil es doch dann manchmal sehr schnell geht, dass sich eben der Zustand verschlechtert.
00:07:07: und das ist oft echt...
00:07:09: Es ist viel organisiert von deiner Seite oder von Seiten der Sozialarbeit auch vom Seiten der Pflege.
00:07:15: Und dann sagen wir auf das medizinische Sicht, jetzt braucht man ein intravenöses Antibiotikum.
00:07:20: Oder whatever.
00:07:21: und ich glaube, dass ist oft auch ein bisschen frustran für die Patientinnen und Patienten, für deren Umfeld für uns alle.
00:07:29: aber man kann es ja wahrscheinlich nicht immer perfekt planen.
00:07:31: oder glaubst du gibt's den perfekten Plan?
00:07:35: Wenn man jetzt generell an das Lebensende denkt oder wenn du auch an dein eigenes Lebensenden denkst
00:07:42: Ich glaube im palliativen Bereich Es sind alles Patienten, die lebensbedrohliche Diagnosen haben.
00:07:49: Ich wüsste jetzt nicht ... Wann man mit einer Organisation eines Hospizplatzes oder eines Pflegeheims oder mit den vierundzwanzig Stundenpflege anfangen soll?
00:07:58: Ich wüste auch nicht, wenn ich eine lebens- bedrohlichen Diagnose bekomme und würde, wie ich da reagiere.
00:08:04: Vielleicht werde ich genauso schwierig sein als in Entscheidungen für die Patienten.
00:08:08: Ich finde es extrem schwierig, dass ein Patient darüber entscheiden muss ob sie eine Therapie bekommen, welche Therapie sie bekommen aus den Angeboten die Sie haben.
00:08:18: Ich finde das ist schon eine Zumutung und eine unmögliche Entscheidung Und es hat dann natürlich auch keine Konsequenz wenn ich etwas entscheide und dass jetzt nicht zu einem gewünschten Erfolg führt Dass ich mir selber Vorwürfe mache, ich sollte vielleicht doch anders entscheiden.
00:08:35: Also ich glaube nicht, dass wieder einen Plan egal welchen Kolleginnen Kollegen oder Berufsgruppen da heranziehe dass wir einen perfekten Plan auf die Beine stellen.
00:08:47: Natürlich sind viele Sachen, die ich mache, nicht umsonst, aber wenn man das Ziel betrachtet, dann sind sie natürlich umsonsten.
00:08:54: Aber wenn ich jetzt die Situation in der Ritas mache, dass ich mit jemandem Hospiz oder Pflegeheim bespreche, ist es natürlich mit dem Ziel, dass die Menschen das auch irgendwann zur Verfügung gestellt bekommen und davon profitieren.
00:09:10: Das ist auch wenn ich einen Antrag mache und die Patienten bei uns verstärben oder sich für etwas anderes entscheiden.
00:09:18: Es ist meine Arbeit, es ist nicht umsonst aber natürlich das Ziel ist nicht erreicht.
00:09:24: Wenn ich Hospizantrag mache und dass die Patienten schneller ableben als sie einen Hospizplatz bekommen.
00:09:33: Ich finde es immer traurig, wenn die Menschen bei uns so viel Zeit verbringen obwohl sie irgendwo genauso viele Pflegeunterstützung und vielleicht auch mehr Bewegungsfreiheit zur Verfügung gestellt bekommen könnten, vielleicht ein bisschen rausgehen auf die frische Luft.
00:09:45: Im AKH ist das stark eingeschränkt und auch andere Tagesstrukturen zu haben, auch am Lebensende.
00:09:52: Dass einfach jemand zu Besuch kommt, dass er noch ein bisschen herausgeht, dass man vielleicht noch Ausflug macht oder die Familie besucht.
00:09:58: Bei uns im AKH sehe ich das ein bisschen ... Wenn man längere Zeit schon bei uns liegt, ein bisschen monotom.
00:10:04: Viele sagen dann ja sie möchten noch kräftiger werden und das is dem Krankenhaus natürlich sehr oft Unrealistisch muss man ganz ehrlich sagen, dass man da wirklich wie Phoenix aus der Asche hinausfliegt.
00:10:16: Insbesondere von einer politischen Abstimmung.
00:10:18: kannst du uns vielleicht einen Arbeitstag von dir schildern, wie du deinen Tag beginnst und wie du deinem Tag endest was so deine täglichen Aufgaben sind?
00:10:31: Das ist ziemlich fad.
00:10:32: also ja okay.
00:10:37: So meine Arbeitseite sind ab sieben drei bis fünfzehn dreißig.
00:10:40: ich habe gleichzeitig Das heißt, ich kann kommen und gehen, wann ich will.
00:10:44: Wenn meine Arbeit erledigt ist natürlich.
00:10:48: Ich komme zwischen halb acht, acht ins Büro, ziehe mich um, starte den Computer Frühstücke – das ist sozusagen mein Ritual weil ich das zu Hause einfach nicht schaffe und ich auch wirklich nicht will, ich will mal eine Ruhe haben.
00:11:01: Viele sagen beim Computer zu essen auch nicht unbedingt gesund ist aber das ist schon ein bisschen eine Gewohnheit.
00:11:09: Ich habe zehn Kollegen, also neun Kolleginnen an den Kollegen.
00:11:12: Wir sind momentan im Team, geteilt Sozialarbeit und Lassungsmanagement.
00:11:17: Wir sitzen zu zweit im Büro.
00:11:19: Ich sitze in Bautalle eighty- achtzig, also ganz hinten weiter mit ohne Wien.
00:11:24: Und dann schaue ich in den Computer, welche immer es gekommen ist, welche Zuweisungen ich von der Station bekommen habe muss natürlich auch immer wieder nacharbeiten weil ich an den Vortagen vielleicht etwas nicht geschafft habe oder etwas Nachreichen muss oder irgendwelche Anträge senden muss.
00:11:39: Drei Mal in der Woche gibt es eine kleine interne Besprechung, weil wir viele neue Kolleginnen und Kollegen haben.
00:11:46: Damit die auch ein bisschen Fallbesprechungen oder mit uns, die schon länger da sind, etwas besprechen können was vielleicht unklar ist.
00:11:53: Und genau dem wie viel Zuweisungen gekommen sind und wieviel Anfragen kommen und Telefonate schon inzwischen am Vormittag erledigt habe starte ich angeblich ins Haus, ins Haupthaus wo ich mich dann die Stationen irgendwie aufteile dass ich jetzt nicht leere Kilometer laufen muss und schaue, dass ich bei den Patienten vorbeischöre.
00:12:13: Patientinnen, dass sich die Stationen aufsuche vielleicht und Termine mit den Angehörigen ausmachen.
00:12:18: Und so geht das bis Nachmittag.
00:12:21: irgendwann wenn ich fertig bin oder glaube es kommt nichts mehr.
00:12:25: Wenn ich alles abgedeckt habe was notwendig und akut war gehe ich zurück ins Büro.
00:12:29: Ich erledige noch meine Telefonate Antragstellungen was noch geht und irgendwann gehe ich nach Hause.
00:12:39: Klingt nach einem sehr vollen Tag Wahnsinn.
00:12:43: Aber ...
00:12:45: Die Tage sind voller, aber ich kann mir das ganz gut einteilen.
00:12:47: Hattest du schon mal einen Tag, wo du keine Zuweisung hattest?
00:12:54: Wo ich keine Zuweiseung gehabt habe, nein!
00:12:56: Hatte ich noch hin, ich kann mich das jetzt nicht die vierzehn Jahre zurück erinnern.
00:13:01: Es gibt immer noch Tage, wo ich mit der Station aber absprechen kann ob das jetzt akut ist oder nicht weil wenn ich weiß dass jemand eine Woche zwei Wochen drei Wochen bleibt kann ich mir das schon so auftalen, dass ich zum Beispiel halben Tag im Büro bleibe und meine Papierarbeit erledige oder was sortiere.
00:13:15: Oder Leistungsabrechnung oder Kontrolling mache.
00:13:18: Also es ist nur schwierig ein bisschen das Info raus einzuplanen.
00:13:24: Es ist bei uns sowieso schwierig, dass man am Montag kommt um die ganze Woche einplanet sondern man kommt in die Arbeit vom Montag bis Freitag und jeden Tag in der Früh schaut was kommt und danach richtet sich den ganzen Tag.
00:13:36: Also, im Voraus zu planen ist ein bisschen schwierig.
00:13:40: Im Krankenhaus kommt mir vor allem jeden Beruf etwas schwierig, dass man den Tag planen kann.
00:13:46: Es kommt immer ganz anders als man sich gedacht hat.
00:13:49: und weil wir das ja oft machen oder irgendwie habe ich tatsächlich das bei uns so eingebürgert, dass die Patienten bei uns zwei bis drei Wochen stationär sein sollen Sagen wir schon, es wird dann bald die Sozialarbeiterin auch vorbeikommen.
00:14:08: Weil uns das immer wichtig ist, dass sie sich zu Beginn des Aufenthalts Gedanken drüber machen, bis danach weitergehen kann?
00:14:17: Ist das was wir gutmachen oder hast du das Gefühl,
00:14:19: wir müssen
00:14:20: noch optimieren?
00:14:23: Das ist so eine gute Frage.
00:14:24: also ich glaube, es ist immer gut wenn die Leute wissen... Auch die Angehörigen, auch die Patientinnen und Patienten oder die Personen aus der sozialen Unfall, die zur Aufnahme mitkommen.
00:14:33: Das ist so etwas wie Sozialarbeiter- oder Entlassungsmanagement gibt es.
00:14:37: Es gibt immer wieder Fragen, warum kommen Sozialarbeiterin?
00:14:40: Warum das Entlassusmanagement?
00:14:41: Da muss man immer klarstellen dass ich zwei in einem bin um beides abdecken.
00:14:49: Was ist denn beliebter, wenn ich dich kurz dazwischenfragen darf?
00:14:52: Ist der Begriff Sozialarbeiterin beliebt oder den Begriff Entlassungsmanagement, weil man dann wenigstens nochmal entlassen wird.
00:14:59: Also ich habe Kollegen gehabt die hatte sich immer... Die war Entlassungsmanager, also diplomierte Krankenschweste hat immer Sozialarbeit gesagt, weil alle Patienten immer mit aufgerissenen Augen sie angeschaut.
00:15:08: aber ja was!
00:15:09: Ich werde schon entlassen, wenn sie Entlassusmanagement gesagt hat.
00:15:11: Sie hat immer ein bisschen das verschummelt und hat gesagt Sozialarbeiterinnen Kombiniere das immer wieder, ich sage Soziarbeiterinnen aus dem Entlassungsmanagement.
00:15:21: Weil das Entlassus-Management ist ein akut Krankenhaus einfach das Wichtigere und es ist tatsächlich auch so wenn man auch Sozialarbeiterisch für die Patientinnen und Patienten etwas macht.
00:15:31: Es ist ganz selten dass sich mit der Erledigung zu Ende kommen zu einem Ergebnis.
00:15:36: Das heißt wir machen verschiedene Anträge was die finanzielle Absicherung betrifft, Schuldenbetriebe usw.
00:15:42: aber es ist selten so dass man das in zwei drei Wochen tatsächlich erledigt.
00:15:47: Das ist Entlastungsmanagement.
00:15:49: Ja, die Patienten werden aufgenommen und behandelt.
00:15:52: Es wird Entlastung geplant und Entlastungen sozusagen das Ziel, dass sie dann nach Hause gehen oder ins Pflegeheim oder ins Hospiz und zum Beispiel zuhause auch die entsprechende Versorgung haben und auch die Ausstattung hier aus der Mentalhelfe und dazu vielleicht ein paar Anträge als Plan B-Hospizantrag, Fliegegeldantrag usw.
00:16:10: Aber man muss natürlich immer wieder überlegen ob ich mir eine Sozialarbeiterin vorstelle.
00:16:17: Manche sind ein bisschen misstrauisch, wenn sie etwas brauchen.
00:16:20: Im Entlassungsmanagement kann eine Sozialarbeiterin kommen, weil es da auch was anderen kranken oder anders gewöhnt ist.
00:16:26: Aber ich kann mich bis jetzt nicht beklagen und das wurde fast immer eigentlich nett aufgenommen.
00:16:34: Und in den vierzehn Jahren, die ich da bin, habe ich selten irgendwelche Konfliktsituationen an der Station oder mit einem Angehörigen, mit dem Patienten erlebt.
00:16:43: Es gab eher dann Konflikte mit anderen Berufsgruppen, aber nicht mit meiner Berufsgruppe.
00:16:48: Also egal was ich jetzt wie ich mich vorstelle die Leute sind unheimlich dankbar und freuen sich wenn ich komme auch weil das eine Kleinigkeit ich die erledige aber kann den Leuten etwas abnehmen was sie vielleicht zu Hause da nicht machen müssen.
00:17:00: Und zur Lehrersfrage auch nochmal zurück mit dem Entlassungsmanagement von einer Palliativabteilung.
00:17:06: Wann glaubst du aus deiner Erfahrung und aus deines Sicht wann ist der richtige Zeitpunkt?
00:17:13: Das erste Mal eine Entlassung, die ja nicht immer nach Hause möglich ist.
00:17:16: Sondern manchmal wird es ein Pflegeheim sein oder ein Hospiz anzusprechen.
00:17:21: Wann würdest du sagen sollen wir das machen?
00:17:27: Ich versuche es in den Gesprächen, die ich mache gleich im Erstgespräch.
00:17:32: Wenn sie es anzusprechen damit sich die Leute vielleicht Gedanken machen oder ich hinterlasse die Unterlagen oder ich lasse den Antrag einfach da.
00:17:40: Oder ich frage, dass es auch beim Tagesausbiet zum Beispiel oder beim Senioren-Tageszentren das Problem ist, dass die Leute einfach diesen ersten Schritt nicht wagen.
00:17:47: Das heißt... Auch wenn das von euch nicht kommt, ich würde jetzt vielleicht nicht am ersten oder zweiten Tag ansprechen aber im Laufe der Betreuung würde ich schon erwähnen, dass's mindestens gibt.
00:17:58: Im Laufe dieser ersten Woche nach Aufnahme?
00:18:00: Genau!
00:18:01: Wenn ich die Erstgespräche mache, ich sage das dann automatisch dazu Auf der Palliativstation ist das kein Problem.
00:18:07: Da habe ich keine Befürchtungen, dass jemand nicht aufgeklärt ist.
00:18:10: auf anderen Stationen muss man das ein bisschen mit Vorsicht genießen weil viele Patienten und Patientinnen sind nicht richtig aufgekläht oder haben schon eine Vorahnung, dass er richtig palliativ oder unhalber geht.
00:18:21: aber solange es das nicht von den zuständigen Onkologen oder Hematologen hören Ist das irgendwie ein verstecktes Geheimnis?
00:18:30: Und ich bin nicht die Einige, die diese Aufklärung machen soll.
00:18:33: Auf der Paliativstation mache ich mir da weniger Sorgen.
00:18:37: Da spreche ich dann alle Versorgungsoptionen, die es gibt.
00:18:40: Dass man sich einfach darüber Gedanken macht und es ist tatsächlich so dass man später im Laufe des Aufenthalts durch die Angehörigen draufkommt Es geht einfach zu Hause nicht oder man braucht viel auffahren und viel Geld damit sie überhaupt die Pflege um die Versorgung zuhause sichern können.
00:18:56: Das haben wir immer wieder das die Angehörigen aber auch die Patienten so wie jetzt wir heute in der Lea schon vorbesprochen haben Dass der Patient selber eins sieht, dass es auf die Gattin vielleicht bemüht ist und sagt sie macht alles was möglich ist.
00:19:08: Dass zu Hause einfach nicht funktionieren wird.
00:19:11: Keiner macht sich gerne Gedanken darüber so ehrlich muss man auch sein.
00:19:15: Und ich denke mir manchmal auch wie würd's mir selber gehen wenn du jetzt mit dem Fregeheimantrag unter meiner Nase wedelst?
00:19:22: Also ich kann mich nicht vorstellen das ich da sofort happy und zufrieden wäre sondern... Das ist ja für viele Menschen mit individuellen Vorstellungen verbunden auf Basis ihrer eigenen Biografie.
00:19:37: Und wir erleben ja auch ganz oft, dass die Menschen zuerst nicht zu uns kommen wollen auf die Palliativabteilung dann aber nie mal gehen wollen weil sie sich dann doch wohl und geborgen fühlen und dann nicht schon wieder neue Gesichter neu Bördlichkeiten haben möchten.
00:19:51: also die Sozialarbeit finde ich ist eine extrem wichtige Aufgabe und ich glaube der Lea und mir geht es beiden so Nach vielen Jahren palliative Geher, vieles weiß ich immer noch nicht.
00:20:01: Wie geht da dieser Antrag?
00:20:03: Und wie zum Beispiel, wie ist das dann mit der Wundversorgung zu Hause medizinische Hauskrankenpflege?
00:20:11: Wie ist es mit der Bewilligung?
00:20:13: Wie oft kommt ein mobiles Palliativ, die mich glaubt, dass auch viele Leute glauben, die kommen eh die ganze Zeit und sind sozusagen rund um die Uhr da.
00:20:22: Ich meine sie haben meist rund um eine Rufbereitschaft aber prinzipiell ist das kein Team dass eine vierundzwanzig Stunden Betreuung ersetzt.
00:20:29: Das ist kein Team, das eine vier und zwanzig stunden Betreuungen ersetzt Und ich glaube, dass das auch die Bevölkerung nicht weiß.
00:20:35: wie sollten sie auch wenn wir uns schon schwer tun?
00:20:38: Ich frage mich manchmal Wie können wir dafür sorgen hier mehr Aufklärung zu schaffen Die dann aber auch bei den Menschen ankommt?
00:20:50: weil wer beschäftigt sich jetzt schon mit diesen Dingen?
00:20:52: Wenn Sie nichts selber betrifft hast du deinen tip.
00:20:55: Also ich glaube, kein Mensch, der gesund ist und schon gar nicht im beruflichen Leben oder wenn man Familie hat, beschäftigt sich mit solchen Themen.
00:21:02: Und ich finde es auch wichtig ... Auch wenn ich das Erstgespräch mache und alle Versorgungsmöglichkeiten erwähne, es ist wichtig, dass man das vielleicht in zweiten oder dritten Gesprächen noch einmal bespricht.
00:21:12: Ja?
00:21:12: War das die natürliche Themen.
00:21:14: erstens die engste palliative Situation, das Ableben... Es sind ganz andere Themen, die zuerst wiederzukommen bei den Patienten sehr wohl, aber auch bei den Angehörigen.
00:21:24: Und wenn ich noch dazukomme und auch die Erste unter die Pflege, jeder hat eigene Themen, dann ist es ihm krank hinaus.
00:21:31: Auch im AKH immer so umfangreich dieser Gespräche und man kann nicht alles erfassen.
00:21:37: Ich bin deswegen auch froh, wenn Angehörige dabei sind oder Menschen aus dem sozialen Umfeld, wenn zwei drei Personen dabei sind, die das einfach besser erfassen können und sie darüber Gedanken machen als Patient alleine.
00:21:48: Und es ist für mich aber wichtig, dass man mit den Menschen öfters spricht.
00:21:52: Ich habe Patienten, in denen ich jeden Tag da bin, wo ich drei mal vier mal mit ihnen gesprochen hab bis wir überhaupt ... Ist die überhaupt eine Vorstellung haben was sie sich so wüschen?
00:22:03: Ob das überhaupt zustande kommt, ist wieder etwas anderes.
00:22:06: und deswegen finde ich auch für mich wichtig, Dass man das den Leuten einfach anbietet.
00:22:13: wenn sich immer ein Gespräch wüscht und gestern da war, dass ich heute kommen kann dann nehme ich mir einfach die Zeit.
00:22:19: Und ich wüsste auch genau, wie du gesagt hast, Eva... Für mich, wenn ich eine Diagnose bekomme, die lebensbedrohlich ist als das, ...wie ich das erfasse und was ich da verstehe, ob ich jetzt googlen werde oder wie ich das mit meiner Familie überhaupt bespreche, in welcher Situation bin, geschweige noch, dass sich meine Familie darauf reagiert.
00:22:41: Das ist die nächste Belastung.
00:22:43: also nicht nur das, die Diagnosen, die ich habe sondern auch dass meine Familie damit belastet wird.
00:22:49: Genau, das kommt ja auch dazu.
00:22:50: Das Umfeld, das individuelle Umfeld wo es ja manchmal verschiedene Meinungen gibt, wo wir dann versuchen die Leute an einen Tisch zu bringen um Klarheit zu schaffen.
00:23:01: aber du kannst natürlich das nicht bei jedem Menschen machen, dass du bei jedem einzelnen Menschen die ganze Familie an einem Tisch bringst sondern du musst gewisse Dinge in den Alltag so einfließen lassen, dass sie realisierbar sind und umsetzbar sind.
00:23:16: Da muss ich sagen... Ich habe wirklich höchsten Respekt
00:23:19: vor
00:23:20: der Arbeit der Sozialarbeiterinnen, wo das schon drinsteckt.
00:23:24: Weil es ja schon so ist, dass du immer wieder Dinge organisiert und viel machst und dann wird's vielleicht am Ende doch nix.
00:23:33: Also man braucht eine Frustrationsdoleranz auch als Sozialarbeiterin oder nicht?
00:23:38: Schon eine hohe Frustrationstoleranz!
00:23:42: Aber das ist in allen Bereichen, dass es jetzt nicht nur im Palliativ geht.
00:23:45: Also Sozialarbeit arbeitet einfach, ist eine direkte Tätigkeit mit Menschen die sich in irgendwelchen Problems-Situationen befinden.
00:23:54: Menschen denen es gut geht, die geregeltes Leben haben, die genug Einkommen und Job haben, mit Pension abgesichert sind, die wir dann wenig Sozialarbeit brauchen.
00:24:03: Es sind immer Menschen, die irgendwo aus einem niedrigeren sozialen Strukturen kommen oder sich in einer schwierigen Situation befinden und paliativer Bereich bzw.
00:24:16: auch Krebs, ob das jetzt hematologisch oder unkologisch ist, einfach eine bedrohliche Erkrankung und die Menschen haben finanzielle Verluste.
00:24:25: Sie können das Leben nicht mehr finanzieren.
00:24:28: Ich habe viele junge Patienten, kleine Kinder haben vielleicht Kredite und Schulden.
00:24:35: Die wollten etwas aufbauen und das eigene Leben irgendwie im Griff bekommen und die haben aber die Chance nicht bekommen.
00:24:41: Und da ist nicht nur die einzelne Person betroffen, sondern auch die ganze Familie so wie die Kinder mit der jährige oder wachsende Kindereltern.
00:24:49: also die ganzen Familiensysteme müssen sie damit auseinandersetzen.
00:24:53: Wenn jede Person damit alles umgeht dann natürlich schwierig irgendwie gemeinsam das merke ich auf den Stationen dass jeden Tag jemand kommt und andere Fragen stellt dass man das einfach nicht zu gänze erfassen kann weil jeder dass man damit anders umgeht.
00:25:21: Und die direkte Familie ist natürlich immer mehr belastet als zum Beispiel die Freunde oder Personen aus dem sozialen Umfeld.
00:25:29: Gleichzeitig muss man aufpassen, dass man nicht den Menschen selber aus den Augen verliert, weil die Familien sind ja manchmal sehr dominant oft auch aus Verzweiflung.
00:25:37: Aber manchmal ist die Familie so dominant, dass der Mensch, um den es wirklich geht, da völlig dabei untergeht.
00:25:43: und manchmal muss man sich so richtig durchgraben zu dem Menschen, um denen's eigentlich geht weil da ist irgendein Sprachord dann gefunden worden in der Familie.
00:25:52: Manche Patientinnen sagen dann auch schon fragen sie das meinen Sohn oder meinen Mann oder sonst wenn Und auch das finde ich eine große Herausforderung, dass man schaut Was will die Familie, was will der Mensch selber?
00:26:07: Und das ist ja auch nicht immer konkurrent.
00:26:08: Es ist schon kompliziert und die Karten werden immer wieder neu gemischt.
00:26:15: Ja und bevor wir jetzt vielleicht so ein bisschen persönlicher in Fragen kommen hätte ich noch eine Frage, die vielleicht für Zuhörerinnen interessant sein könnte.
00:26:24: Du kümmerst dich ja quasi ums emotionale und ums bürokratische sozusagen.
00:26:31: Gibt es da Anlaufstellen auch im niedergelassenen Bereich oder macht das alles eine Hausärztin?
00:26:36: Oder ich glaube in so PVZ gibt's ja manchmal auch Sozialarbeiterinnen, die sich dann... Primärversorgungszentren
00:26:41: meinst du.
00:26:42: Genau!
00:26:43: Die sich kümmern würden und unterstützend tätig werden.
00:26:47: Also die primären Versorgungs- zentren haben immer mehr und mehr Sozialarbeiter weil der Bedarf besteht.
00:26:52: Es gibt von soziales Wien auch eine Sozialarbeit, die die Patientinnen und Patienten zu Hause weiter betreuen können wenn es notwendig ist.
00:27:02: Und dann bleiben natürlich die Hausärzte beziehungsweise dann die mobile Palliativteams, die haben auch Sozialarbeiter zur Verfügung, die das dann Zuhause abfangen müssen.
00:27:11: Das ist aber tatsächlich so, wenn ich etwas vorbereite, sozialarbeiterisch Anträge gestelle sind eigentlich die Patienten für weitere Nach Verfolgung, nachreichender Dokumente und so weiter zuständig.
00:27:25: Und viele schaffen das tatsächlich nicht.
00:27:28: Es ist schwierig, wenn man aus dem Krankenhaus rauskommt, wenn alles erledigt werden kann wie das Wünschen, dass die betroffene Personen trotzdem dranbleiben müssen bzw.
00:27:38: die Angehörigen, soweit die Vorhandeln sind, dass sie diese Sachen auch zu Ende bringen, erledigern.
00:27:44: Ist es egal ob das beim Pflegegeld oder beim... Die Pflegeheimantrag, die man als Plan B macht ist eigentlich egal.
00:27:51: Es ist immer ein Problem wenn es um finanzielle Belangen geht und es ist immer schwieriger wenn es zum Aufenthalts geht.
00:27:57: Man aufhört aus Bewilligung gebraucht oder anmeldet Bescheinigung oder dass man einfach Anspruchsberechtigungen erreicht in Österreich das man auch zu Hause dann versorgt werden kann oder in einem Pflegehäum oder Hospiz.
00:28:08: also es gibt viele Hürden die man bewältigen muss und das kann man nur individuell von Patienten zu Patienten machen.
00:28:16: Und dass nicht irgendwie Frau gemeinern.
00:28:18: Früher war es die Zettelwirtschaft, die die Leute gequält hat und jetzt ist es diese absolute Technisierung von allem.
00:28:25: also viele ältere Menschen sind mit dieser ID-Ausdrehe auch komplett überfordert und die ist wirklich nicht einfach.
00:28:32: noch nicht so alt, aber auch ich hab mir da gedacht, du musst fünfmal irgendwas eingeben und dann musst du irgendwas eins kennen.
00:28:39: Und dann brauchst du parallel ein Computer.
00:28:41: Manche haben vielleicht das gar nicht.
00:28:43: Das ist ja auch nicht immer so einfach.
00:28:45: unter Regen sich gewisse widerständenden Menschen die schwer krank sind dass sie dann sagen, das wird mir auch noch zugemutet, dass ich da wie bei Asterix oder die Passierschein... Dass ich da von einem zum anderen geschickt werde.
00:29:00: Ja, und jetzt würde ich vielleicht ein bisschen so zu den palliativeren Themen umschwenken.
00:29:06: Cecilisa Anders war ja selber Sozialarbeiterin unter anderem was bedeutet für dich palliativcare?
00:29:16: oder wie würdest du die Aufgabe der palliative Care definieren wenn du es kurz beschreiben musst?
00:29:24: Ich weiß was das von der Definition bedeutet.
00:29:30: Als ich im AKH angefangen habe, habe ich keine Ahnung gehabt was das überhaupt bedeutet dass es gibt.
00:29:35: Also ich bin tatsächlich erst in den AKH zu diesem Thema gekommen und haben sozusagen ins kalte Wasser gesprungen.
00:29:43: Mittlerweile ist es ein Rheumaß an Zuwendung, an Unterstützung einer schwierigen Situation.
00:29:58: einfach dass mir jemand Die Zeit gibt, dass ich mich mit dieser Situation auseinandersetzen kann.
00:30:06: Dass es mir die Möglichkeit gibt, wenn man eine Situation sprechen kann.
00:30:11: Wenn sich auf jeden Fall eine ehrliche Kommunikation wichtig im Palliativ gehört, dass die Menschen einfach die Chance bekommen für sich Sachen zu regeln und sich auch Mit dem Tod und mit dem Sterben auseinandersetzen können.
00:30:38: Das hast du so schön gesagt, dass ich ganz ergriffen bin?
00:30:41: Ein Zeitspanne oder einfach ein Bereich oder einen Platz, wo ich mein ganzes Leben, das ich gelebt habe ... Ich hab oft Patienten gehabt, die haben mir gesagt, sie haben mit ihrem Leben abgeschlossen und sie sich mit einem Leben im Reihen nehmen.
00:30:59: Das bewundere ich nicht so richtig, dass man das sagen kann.
00:31:03: Aber dass man einfach den Platz und die Zeit bekommt, sich irgendwo in aller Ruhe mit der eigenen Situation auseinanderzusetzen.
00:31:09: Und mit dem eigenem Leben...
00:31:14: Was müssten wir über dich als Patientin wissen um dich bestmöglich behandeln zu können?
00:31:21: Ich weiß es nicht!
00:31:23: Ich wäre vielleicht eine ganz schwierige Patientin und würde dann nicht wieder nach Hause gehen wollen.
00:31:28: Genau wie das Problem, was wir jetzt haben.
00:31:29: Sie können mir diese Sozialarbeit
00:31:30: machen.
00:31:32: Die müsste auch besser sein als ich.
00:31:36: Als Patientin.
00:31:38: Ich habe bis jetzt das Glück gehabt und ich habe schon wieder ein rundes Geburtstag im November gefeiert, dass sich nur einmal in meinem Leben um das ganz kurz im Krankenhaus war.
00:31:48: Ich hab keine Erkrankungen, außer dass meine Gelenke ein bisschen sphärer beweglich sind aber sonst bin ich gesund und das schütze ich äußerst seit ich im AKH bin.
00:32:01: Die Gesundheit angeht nicht auf der ersten Stelle.
00:32:03: Ich habe meine Prioritäten komplett umgekrempelt, nachdem ich jeden Tag mit den Patienten und Angehörigen arbeite als Patientin.
00:32:13: Ich hoffe, dass die Notwendigkeit nicht entsteht, dass sich irgendwann auf einer Palliativstation aufgenommen werden muss.
00:32:22: Das betrifft mich auch meine Familie.
00:32:27: Gott sei Dank, dass es in meiner Familie bis jetzt keine Krebserkrankungen gab.
00:32:34: Es gibt natürliche Todesfälle aber ich hoffe und wüschen mir und für alle Menschen, dass sie mit Krebs im Leben nicht konfrontiert werden weil das einfach eine Krankung ist wo man morgen nicht weiß was passiert.
00:32:49: Das ist jetzt vielleicht offen und direkt gesagt, aber das beobachte jeden Tag, dass man an einem Tag gut ist.
00:32:55: Wir sprechen mit den Patienten noch über Berufsleben wieder einstieg.
00:33:00: Und ein paar Wochen oder Monate später sind sie schon in der palliativen Situation.
00:33:04: Und es ist so erschreckend.
00:33:06: Besonders wenn es um Kinder- und junge Menschen geht, die noch nicht die Chance bekommen haben im Leben etwas zu erreichen, dass sie sich mit dieser Diagnose auseinander setzen müssen.
00:33:18: Ich habe mich nicht darüber gedacht, was ich in dieser Situation mache.
00:33:23: Und ich hätte jetzt auch keine Idee dazu.
00:33:28: Weder in meiner Familie noch mich selbst wahrscheinlich auch irgendwo im Verdrehungsprozess oder irgendwo tobend.
00:33:36: Ich weiß es vielleicht nicht.
00:33:38: Aber so die Ungewissheit ist das, was dich am meisten stört?
00:33:41: Habe ich jetzt ein bisschen rausgehört... Und du hast gesagt, du hast ... Die Gesundheit als Priorität für dich gemacht, was machst du sonst so als selbstfür Sorge nach einem stressigen Arbeitstag?
00:34:20: Ich habe meine sportliche Aktivitäten.
00:34:22: Ich lese gerne.
00:34:23: Ich habe auch Tage wo wir einfach mit meinem Mann vor dem Fernseher auf dem Sofa sitzen also einfach irgendwo hinter dem Acker haben wenn ich raus komme.
00:34:32: Schluss machen die Grenze ziehen und die Tage genießen und die Zeit genießen ist nicht immer so einfach.
00:34:39: aber
00:34:59: Jetzt würden wir gerne ein paar Fragen aus dem Prusten-Prustchen-Fragebogen.
00:35:07: Wir würden dich gerne ein bisschen befragen, der Prustche-Fragebogen ist Beliebtes Gesellschaftsspiel aus dem neunzehnten Jahrhundert.
00:35:15: Und damals hat man seine Gäste damit belustigt und ihnen Fragen gestellt, was möchtest du fragen?
00:35:24: Ich würde gern wissen, was würdest du sagen ist dein Hauptcharakterzug?
00:35:32: Es sind angeblich andere Beantworten können.
00:35:37: So entwickelt sich die Charakterzüge eigentlich im Laufe des Lebens... Mit zwanzig ist man anders als mit dreißig oder fünftzig oder siebzig.
00:35:48: Ich bin
00:35:49: relativ gemütlich unterwegs, weil ich wenig Stress im Leben habe.
00:35:54: Ich habe mein geregeltes Leben, mein Charakterzug.
00:36:00: Ich war immer eher introvertiert.
00:36:05: Seit ich mit so vielen Menschen arbeite merke ich schon, dass ich mir viel Leichtertöhe mit Menschen ins Gespräch zu komme und in Menschen zu kommunizieren.
00:36:12: Ja, manchmal bin ich recht faul, sagen wir es so und genieße meine Freizeit.
00:36:18: Ich geniece aber auch die Arbeit um die Kontakte zu den Menschen und dass ich jetzt Zuhause sitzen bleibe und nichts tue.
00:36:29: Also ich kenne dich jetzt wirklich schon lange, aber Faul wäre mir niemals in den Sinn gekommen.
00:36:34: Aber wirklich nicht.
00:36:34: Ich mag halt das vielleicht kein Thema
00:36:36: zu Hause.
00:36:36: Du musst ein privatern Faul sein.
00:36:38: Ja, recht.
00:36:38: Genau!
00:36:39: Aber so richtig Charakter, wüsste ich jetzt nicht, müsste ich meine Kolleginnen fragen wie sie mich so einschätzen?
00:36:45: Hast du eine Lieblingsblume?
00:36:50: Nein also ich liebe Blumen die einfach bluten irgendwie ansetzen und an den Farben... Meine Wohnungen, also zwei Ziehmaschen auch.
00:37:01: So wie da weit wir voll mit Blumen?
00:37:03: Nein, eigentlich nicht!
00:37:04: Also natürlich Blumen die auch Bluten haben und gut riechen so wie jetzt Magnolien zum Beispiel oder Narzissen oder Tulpen.
00:37:12: Wir sind eigentlich alle blumenlieb und ich finde das sind auch Bereicherung im Leben.
00:37:17: ja wenn man was Grüne sieht.
00:37:19: Auch Kümbro, wenn das nicht alles so kalt ist Und die grüne Farbe stimmt wirklich dass es auch beruhigend ist und einfach Freude bereitet.
00:37:27: Also so wie Liebesblube habe ich nicht, nein.
00:37:30: Noch eine große Frage – was wäre dein Traum vom Glück?
00:37:35: Mein Grau vom Glück.
00:37:39: Gesund zu bleiben, dass meine Familie gesund bleibt und ganz ehrlich gesagt ja... Ich spiele kein Lotto aber Loto-Sexer wäre vielleicht auch nicht schlecht aus der Gänzung, dass man sich ein paar Träume erfüllen kann.
00:37:51: Aber ich schätze mich schon wirklich glücklich, dass in einem Land Wohnen und Leben Frieden gibt wo man Alles hat, was man braucht.
00:38:00: Dass man sich auch etwas können kann, dass man einfach die Sicherheit hat, dass ein gutes Gesundheitssystem hat und auch das Sozialsystem gut aufgebaut ist.
00:38:10: Dass ich meinen Job habe und mein Geld verdiene.
00:38:14: Aber erster Stelle ist die Gesundheit
00:38:17: des Anschlusses.
00:38:18: Hast
00:38:20: du einen Motor?
00:38:23: Eigentlich nicht.
00:38:26: Ein Motor, wenn man das so sagen kann, egal was kommt, irgendwie durch.
00:38:31: Passt auf zu deinem Beruf!
00:38:34: Ja, ich finde so lange gesund bin.
00:38:36: Egal wie tief ich falle ... Ich stehe auf und fange wieder bei null an.
00:38:41: Wenn ich nicht gesund bin, habe ich ein Problem.
00:38:45: Ich wüsche mal für meine Familie, dass alle gesund bleiben, solange es möglich ist um das Leben zu
00:38:49: genießen.".
00:38:52: Und die Frage, die wir immer aus dem Fragebogen stellen?
00:38:54: Wie möchtest du sterben?
00:38:59: Schon wäre ich im Kreise der eigenen Familie.
00:39:02: Wird wahrscheinlich nicht möglich sein weil ich Einzelkind bin.
00:39:06: Das heißt, meine Familie müsste mich überleben und das weiß ich nicht, ob meine Mama dann psychisch schaffen wird.
00:39:13: Ich finde es am schlimmsten wenn die Eltern eigener Kinder überleben aber einfach in einer Umgebung, die mir die Zeit und die Zuwendungen schenkt und auf meine Wünsche vielleicht angeht.
00:39:28: Ich habe Palliativlehrgern gemacht und da war eine Woche Prachtigung gemacht im Norddeutschland, in Rendsburg an einem Stationen im Hospiz.
00:39:36: Da gab es keine Pager, keine Telefone.
00:39:38: Da gab's keine Computer.
00:39:40: Die haben alles mit der Hand dokumentiert und die haben sie den Patienten zugewandt.
00:39:46: Die bekommen genug Aufmerksamkeit, genug Zuwendung.
00:39:52: Ich glaube in einer Woche ein Perfuso gesehen wurde alles so gut angespritzt.
00:39:56: also das wäre ein Ort wo ich einfach in Ruhe meine letzten Tage, Wochen oder Monate was mir dann auch übrig bleibt genießen kann.
00:40:06: Sehr schön.
00:40:07: Und zusammenfassend würdest du vielleicht noch mal ganz kurz die drei wichtigsten Palliativkehraspekte aus deiner Sicht sagen?
00:40:14: Du hast das vorher schon so schön gesagt, aber falls dir noch was einfallen, die drei wichtigen Aufgaben der Palliativkehr?
00:40:24: Ich hoffe ohne Wünsche mir auch für die Zukunft dass es mit einer Palliotivkehr, dass mehr Menschen die Notwendigkeit erkennen.
00:40:32: natürlich wenn ich viel Geld habe kann ich mir auch privat etwas leisten.
00:40:36: Es gibt aber viele Menschen, die nicht die Finanzen zur Verfügung haben, die man vielleicht brauchen würde.
00:40:41: Aber dass man einfach prinzipiell in der ganzen Gesellschaft erkennen, dass Palliativkehr wirklich notwendig ist und jeden im Leben irgendwann betreffen kann oder dass die Menschen jede Zeit in eine Situation kommen, wo sie mit Palliativkehr in Kontakt kommen.
00:41:00: Dass diese Berührungsengte ängste einfach viel gern wie wegkommen, offen kommuniziert und wirklich, dass die Politik das erkennt.
00:41:12: Dass es notwendiges weiterhin Palliativkart zu unterstützen aufzubauen, österreichweit.
00:41:19: Da sprichst du uns auch der Seele.
00:41:23: Ja vielen Dank!
00:41:25: Danke für die Einladung.
00:41:27: Danke fürs Gespräch.
00:41:28: wir haben es wirklich genossen und freuen uns schon alle weiteren Gespräche.
00:41:34: Das freut mich.
00:41:34: Danke schon, danke für Ihre Zeit.
00:41:36: Ja, vielen Dank auch fürs Zuhören.
00:41:38: Wie immer schreibt uns gerne unter hochpaliativatmedunivin.ac.at und folgt uns auch gerne auf Instagram unter Hochpaliatif.
00:41:48: Vielen Dank!
00:41:49: Tschüss, Papa!
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